Northern Spirit wurde 2006 von dem australischen Komponisten und Dirigenten Gordon Hamilton gegründet, dessen musikalische Wurzeln bis heute den unverwechselbaren Stil, den musikalischen Anspruch und das Repertoire des Chores beeinflussen.
Dabei pflegt der Chor einen regen internationalen Austausch mit anderen Chören und arbeitet stets an der Erweiterung seines Repertoires. Konzert-Tourneen führten den Chor bereits nach Spanien, Frankreich, England, Island, Dänemark, Schweden und Australien. Außerdem nahm der Chor in den letzten Jahren an Festivals und Wettbewerben in Bethlehem und Ramallah, Krakau und Riga teil.
Von 2012 bis 2023 wurde der Chor, nach Gordon Hamiltons Rückkehr nach Brisbane und einer kurzen Übergangsphase, von Jaret Choolun, einem ebenfalls australischen Komponisten, geleitet. Er erneuerte und vertiefte die musikalische Verwurzelung des Chores in der zeitgenössischen australischen Chormusik. Jaret erweiterte das Repertoire und die Klangwelt des Chores mit zahlreichen eigenen Kompositionen, die oft klassische und zeitgenössische Elemente verbinden. Außerdem förderte er die Zusammenarbeit des Chores mit internationalen jungen Komponisten.
Chooluns ambitionierte Arbeit mit den 20 jungen Sängerinnen und Sängern trugen in den letzten Jahren merklich Früchte. 2015 nahm Northern Spirit erfolgreich am internationalen Chorfestival in Krakau teil. Es folgte ein großartiges Jubiläumskonzert zum zehnjährigen Bestehen des Chores im November 2016. Und schließlich konnte Northern Spirit bei den dritten European Choir Games Riga 2017 sowohl in der Kategorie Kammerchor als auch im übereuropäischen Grand Prix of Nations die internationale Jury überzeugen und wurde mit zwei Goldmedaillen belohnt. Der Chor beschloss das Jahr 2017 mit den Aufnahmen zu seiner ersten Studio CD im Bremer Sendesaal.
Nach dem großen Erfolg der ersten CD nahm Northern Spirit im Winter 2019 die ersten Stücke für eine nächste CD auf. Die Aufnahmen sollten im Jahr 2020 fortgesetzt werden, mussten jedoch aufgrund der Pandemie bis auf Weiteres auf Eis gelegt werden. Ebenso konnte das Deutsche Chorfest in Leipzig mit zugehörigem Wettbewerb im Mai 2020 nicht stattfinden, bei dem Northern Spirit in den Kategorien Zeitgenössische Chormusik in moderner Tonsprache, Folklore/Weltmusik sowie Uraufführung eines Volkliedsatzes antreten wollte. Beides wurde erfolgreich nachgeholt: 2022 gewann Northern Spirit beim Deutschen Chorfest in Leipzig einen zweiten und einen dritten Preis sowie den ersten Preis in der Kategorie Uraufführung eines Volkliedsatzes mit Jarets Arrangement von Bolle reiste jüngst zu Pfingsten.
Auch die Aufnahmen für die zweite CD konnten 2023 fertiggestellt werden. Der Fokus der CD wird auf den zahlreichen von Jaret neuvertonten deutschen Volksliedern liegen. Damit reflektiert sie den thematischen Schwerpunkt, den Northern Spirit mit Jaret verfolgte und festigte. Nach über 10 Jahren endete die Zusammenarbeit mit Jaret Choolun in einem tollen Konzert im Bremer Sendesaal. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedete sich Jaret nach Berlin, wo er weiter als Komponist und Dirigent arbeitet.
Nach der Trennung von der Bremer Chorleiterin und Komponistin Rucsandra Popescu, die den Chor von Januar 2024 bis Ende April 2025 leitete, arbeiteten die Sänger:innen bis Ende 2025 in Eigenregie und erprobten neue, demokratische Formen der Chormusik. Die Gruppe wuchs eng zusammen und absolvierte eine Konzerttour in Italien mit Konzerten in Perugia, der Region Siena und in Prato.
Seit Januar 2026 hat Kay Philipp Fuhrmann die künstlerische Leitung von Northern Spirit übernommen. Er setzt neue musikalische Akzente und schafft es zugleich, die besondere Qualität und den Charakter des Chores zu bewahren und erweitern. Für das Jahr 2026 ist eine Konzertreihe unter dem Titel „Here We Are“ in Bremen und im Bremer Umland geplant. Außerdem wird der Chor eine Probenreise nach Spay, Rheinland Pfalz, unternehmen um die Weihnachtskonzerte sowie das nächste große Projekt, das 20-Jahre-Jubiläumskonzert am 18. April 2027 vorzubereiten.
Die Besonderheit des Chores ist die Variabilität der Klangfarben, eine große Flexibilität in der Dynamik und die Fähigkeit, klassische sowie zeitgenössische Musik stets kreativ zu interpretieren.
